Allgemein

Die Einwohner Nieverns werden im Sprachgebrauch „Nieverner Heckeböck" genannt. Diese Bezeichnung der Einwohner der einzelnen Orte ist eine alte Tradition und hat ihre Grundlagen in Eigentuemlichkeiten des Ortes.

Wie kamen die Nieverner zu diesem Namen:

In den Jahren 1593 – 1599 wurde die Fahrrinne der Lahn vertieft. Statt zwei Fuder koennen nun acht transportiert werden. Auf der rechten, der Fachbacher Lahnseite, wird ein Treidelpfad für die bergauf ziehenden Pferde angelegt.

Das Wehr überwindet man mit einer sog. Haspel (Seilzug). Die erforderlichen Widerlager wurden als Holzpflöcke (Böcke) in die Hecken der Lahn angebracht.

Die ortsanssässige Bäckerei fertigt auf Wunsch (nur größere Mengen) das Gebäck „Nieverner Heckeböck" an. Dies ist eine in einer Hecke stehender Bock nachempfundene Brezel. Ist bei Feierlichkeiten (Familienfeiern, Veranstaltungen) ein beleibtes Naschwerk.

Einige Nieverner Bürger verdienen es besonders erwähnt zu werden:

"Marcellus de Niveriis"

Der spätere Bischof « Marcellus de Niveriis » wird um 1400 im Kirchspiel Nievern geboren. Er tritt in den Franziskaner-Orden ein; ob er studiert hat, ist ungewiss und sein Doktortitel soll aus einer Fäscherwerkstatt stammen. Er stellt sich selbst einen Adelsbrief aus und manipuliert Ablassbriefe. Die Hochstapelei bringt ihn ins Gefängnis von Venedig (andere Quellen: Lübeck). 1427 ist er aber dennoch der Vertraute des päpstlichen Legaten Heinrich von Beaufort. In Köln sitzt 1428 der Erzbischof über Marcellus zu Gericht; er wird verbannt. 1446 ist er wieder in Amt und Würden, wird 1448 vom Papst zum Bischof ernannt und krönt 1450 Christian, den König der Dänen, zu König von Norwegen. 1460 ertrinkt er vor der schwedischen Küste.

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Lehrer Jakob Schweitzer

Jakob Schweitzer wird am 02. November in Nievern geboren. Er wächst bei seinem Stiefvater auf, dem Nieverner Lehrer Schmalz, besucht das Schullehrerseminar in Idstein (1815-1818), wird dann Lehrer in Niederlahnstein, Bleidenstadt und Limburg. Führt zugleich eine Privatschule und gründet in Niederlahnstein eine Abendschule für Erwachsene. Verheiratet mit Gertrud Grisar, einer Tochter des Fachbacher "Kronenhannes"; verstorben in Limburg

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Nikolaus Köhler

Nikolaus Köhler, 1875 in Elberfeld-Barmen geboren, 1902 Diplom als Elektroingenieur m.A. in Illmenau (Thüringen), baut das erste Stromversorgungsnetz. Die Stromerzeugungsanlage war in einem Anbau seines Nieverner Hauses, in der heutigen Gartenstraße (Alt-Emser-Weg), eingerichtet. 1917 bezieht er seinen Strom von der Nieverner Hütte